Leider bist du im völlig falschen Unterforum gelandet. Das gehört zu
"Reviews".
Nichtsdestotrotz werde ich mal brav antworten: Du hast Nevermore beleidigt und auf eine Stufe mit Linkin Park gestellt und alleine dafür solltest du in der Hölle schmoren
Und du hast es fertig gebracht, Paul Celan in einer Songanalyse über Opeth unterzubringen. Respekt. Nun gut, hier kommt meine geistige Diarrhö:
Coil: Dreiminütige Folksongs sollten ja spätestens nach dem großartigen
Isolation Years kein Problem sein.
Fängt gut an, das minimalistische Gezupfe ab ~0:34 ist auch sehr gelungen. Die Basslinien sind toll.
Jetzt hätte der Song doch schon fast nach ~1:18 enden können… oder? Oboen, aha. Mehr Kitsch ging nicht? Etwas theatralischer Gesang von Mike… das soll der Refrain sein, ja?
Nun gut… was das ganze mit den Feldern von Zorro zu tun, verstehe ich zwar nicht, aber lassen wir ihn mal weitermachen.
So, aber jetzt könnte der Song doch nach ~1:48 end-… ah ja, der Gastauftritt. „MC Mike feat. Nat-Lo“ sozusagen.
Ihr Auftritt ist reichlich unspektakulär. Nicht weil sie nicht rumträllert wie eine finnische Opern-Diva (das kann ich gar nicht leiden…), sondern weil sie Mikes Verse exakt wiederholt.
Wie man Damengesang spärlich und effektiv einsetzt, habe ich bei
Oceanic von
Isis schon gekonnter gehört. So wirkt aber der Gastauftritt etwas forciert.
Und dann endet der Song mit einem für mich leicht bitteren Nachgeschmack.
Obwohl an sich nicht daran wirklich schlecht war. Nur irgendwie… ich weiß nicht… einfach nur so da ohne einen wirklichen Eindruck zu hinterlassen.
Einen zarten Dreiminüter als Intro vor einem brutalen Prog-Epos habe ich übrigens bei
Somewhere Along the Highway von
Cult of Luna ebenfalls effektiver gehört.
Hey, ich habe bereits 2 moderne Sludge-Bands in einer Songbesprechung für Opeth erwähnt. Wie unpassend. Jetzt muss ich nur noch
Neurosis irgendwo unterbringen…
Heir Apparent: Wohl der beste Song auf dem Album: Hier zeigt sich wieder, dass Opeth eine ausgezeichnete Death Doom Metal-Band abgegeben hätten; aber ich bin froh, dass sie doch so viel mehr sind. Meistens jedenfalls.
Wirklich fettes Riff am Anfang, viel Feedback, netter Slide und interessante zweistimmige (Dis-)Harmonik auf sehr basischem, aber effektivem Schlagzeugspiel.
Kurzes Break mit düsterem Pianogeklimper, bevor das Schicksal seinen Lauf nimmt. Wären nicht die Pinch Harmonics ab ~1:20, könnte der Song bis hier hin sogar auf
“Antithesis of Light“ von
Evoken stehen.
Ja,
Zack Wylde benutzt auch gerne Pinch Harmonics, aber erstens zu viel und zweitens zu geschmacklos. Hier unterstreicht es schön den Death Metal, wie einst in
Serenity Painted Death.
Fieser Gesang, fettes Palm Muting Riff und starkes Doppelbassgetrommel (leider ist die Basstrommel selber ziemlich lasch abgemischt und knallt einfach nicht).
Ein heftige groovender Gesangsrythmus und jede Menge Erinnerungen an
Morbid Angel, zumindest bis zum Fill-in bei ~2:27. Danach typische Prog-Riffs, wie schon einst bei
Ghost of Perdition und ein Solo, welches unpassenderweise an Glam Rock der 80er erinnert. Aber irgendwie doch cool.
Krasser Wechsel zu
Zeppelin’schen Gitarrenfolk. Nichts neues für Opeth. Doch höre ich da Oboen? Oder sind es doch Flöten? Und wer spielt das live? Ich weiß nicht, ob das nicht doch zu viel des Guten ist.
Ich mein’, Flöten…? Was kommt als nächstes, ein ganzes Orchester? Nun gut. Die Akustikgitarre holt’s raus.
Radikal wird die Klanglandschaft von fiesem Death Metal unterbrochen bei ~4:09 – mit einem für Opeth-Verhältnisse äußerst stumpf gespieltem Schlagzeug. Sag mal Axe, meinst du das ernst mit dem Achtel-Gekloppe? Meint ihr nicht auch, dass Lopez das wesentlich eleganter gelöst hätte? Gut, es ist nur kurz, wird von einem skelettiertem Wunsch unterbrochen und… verdammt, es kommt wieder!
Wiederholung, unerwartetes Break bei ~4:39, düsteres Akustikgezupfe mit
Camel’schen Solo der Marke Mikael. Wiederholung des stumpfen Death Metals. Submit to Nothing und Invisible Key und Masterpiece… ja ja, ist okay.
Erlösung vom stumpfen Part erfolgt bei ~5:58, wir bekommen etwas Gitarrenharmonien und nicht immer nur offene Akkorde.
Und fetziges Keyboardgewaber im Hintergrund und mehr Leadarbeit von den Gitarren und interessantem Schlagzeugspiel mit viel Hi-Hat und Cowbell (!) bevor der Song gewaltig herumhüpft wie ein 14-jähriger zu
Slipknot; so bei ~6:41.
Fettes Stakkato-Ende und dann… dann… weiß Mikael einfach nicht, wie er den Song elegant beenden soll.
Also spielen einfach alle schneller und schneller, bis sich alles in Krach verliert. Aha, das ist also eure Vorstellung von einem Ende?
Ach nein, ihr hängt doch noch etwas dran. Ein paar Sekunden Feedback und plötzlich scheint etwas
Orchid durch. Ich gebe zu, die Coda klingt super, allerdings dachte ich zuerst, dass da ein neuer Song beginnt.
Leider hat die Coda überhaupt keinen Bezug zum restlichen Song. Opeth sollten mal
Neurosis (ha, geschafft!) fragen, wie man eine vernünftige Coda schreibt, die machen das nämlich recht häufig.
Dem Song hätten auch ein paar mehr harmonische Riffs gut getan, mir ist da etwas zu viel offenes Akkordgeschrammel drin, welches interessanterweise bei
Ghost of Perdition noch sehr gut gepasst hatte. Aber das ist Erbsenzählerei.
Sagen wir mal, bis auf das etwas unglückliche Ende und das Snare-Gehacke von Axe ist der Song eigentlich recht ordentlich.
The Lotus Eater: Sehr interessanter Anfang, sowas hört man natürlich nicht alle Tage. Das Geblaste unterstützt den Sirenengesang, der ruhige Beat die fiesen Growls.
Leider verschwinden die Gitarren irgendwo unter einem Wirbelwind aus Schlagzeug und Keyboard.
"Liquid is in your throat/Opeth delight" - heißt das, dass man Opeth nur betrunken ertragen kann?
Ab ~0:50 bis ~1:15… das soll ein Riff sein? Ehrlich? Seid ihr da auch ganz sicher? Wechsel… ich weiß nicht, was ich von dem Part bis ~1:44 halten soll. Klingt für meinen Geschmack zu fröhlich. Hätte von
Children of Bodom sein können.
Und dann… ein Fade-in inkl. Wiederholung des Nicht-Riffs. Radikaler Stop bei ~2:05 inklusive unoriginellem Keyboardgedudel. Ganz toll. Sowas nennt ihr Songwriting?
Wiederholung der früheren Parts. Ein willkürliches Aneinanderreihen von einzelnen Noten bei 2:52. DAS nennt ihr einen Übergang? Wirklich? Nun gut, zumindest wird das Motiv wiederholt und der Song klingt nun wie eine psychedlische Abwärtsspirale des Seins. Geradezu avantgardistisch bis uns das Solo bei ~3:40 wieder zurück in die Realität holt.
Ende bei ~4:15, ein paar einzelne Noten lullen uns ein. Hach ja… träum, träum, träum. Die Musik gehorcht hier eindeutig dem Text. Nun gut. Aber so wirklich zusammenhängend kam mir das nicht vor. Eher willkürlich.
Uh, ~5:10… es wird wieder düster. Ein kurzes Solo bei ~5:26. Und dann ~5:43… WTF? Was ist das? Woher kommt das? Wozu dient das? Und vor Allem: MUSS DAS SEIN?
Gut, mir gefiel das Zigeunerintro von
Beneath the Mire, aber ist das jetzt die Strafe dafür?
Erlösung um ~6:22 mit einem angenehm eingängigen Part ohne Sinn und Verstand. Zumindest nimmt man wieder ein paar Riffs wahr, die habe ich während des restlichen Songs schmerzlich vermisst.
~7:24: fiese Growls und starkes Schlagzeugspiel à la
The Grand Conjuration. Und dann 50 Sekunden sinnloses Gelaber, das nur dazu dient, den Song in die Länge zu strecken.
Fazit: ein paar interessante, ein paar mittelmäßige und jede Menge halbgare Ideen willkürlich zusammengekleistert ohne jeglichen Sinn für Fluss und Komposition.
Musik sollte sich nicht immer nach der Lyrik richten. Lyrik muss sich der Gesamtform unterordnen, sonst hätten wir aus
Watershed gleich ein paar Spoken Word Pieces machen können, gell Mikael?
Burden: Jajaja… klassisches Pianointro. Nix neues, aber falsch ist daran ja auch nichts.
Greg Lake meets Ken Hensley meets Robert Fripp meets Ian Paice. Hey, klingt wie die neue Supergroup. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob noch alle von denen leben.
Mehr Schmalz wie ab ~0:49 hätten mir nicht einmal
Heep aufs Brot geschmiert. Langweiliges Schlagzeugspiel. Hätte Lopez besser gemacht. „There’s an ocean of sorrow in you“ – wirklich? Muss das sein?
~1:18 klingt nach Glam Rock. „Soohooroooww“… Wiederholung ab ~1:30. Tralala. ~2:02 noch mehr Glam.
Muss ja nicht sein, oder?
~2:17 YEAH! Orgelsolo. Mir wachsen Kotletten und eine Rotzbremse, meine Hose weitet sich ganz unten und plötzlich ist der Gesangspart ab ~3:08 nur noch halb so schlimm.. für eine Weile zumindest.
Noch mehr Wiederholung. Strapaziert ein wenig meine Nerven, wenn ich für die Analyse so genau hinhöre. Normalerweise nervt mich der Song nicht ganz so schlimm. Vielleicht weil ich sonst abschalte.
„Aaaaahaaahhaa“… aha.
~4:08 David Coverdale spielt Solo. Moment, spielt Coverdale überhaupt Gitarre? Egal,
Whitesnake scheinen irgendwie durch. Uh, zweistimmig. Ab ~5:12 wird es richtig gemütlich. Da kann man den grausigen Schmalz und überkünstelten Singsang schon fast vergessen. Fast.
Der Song endet eigentlich bei ~6:18, muss aber den Fanbois zuliebe unnötig in die Länge gestreckt werden mit einem Gimmick. Uuuuh, ihr seid so progressiv, dass ihr eine Gitarre beim Spielen verstimmen könnte.
Mann, ihr seid vielleicht Helden.
Porcelain Heart: Oh, wie ich diesen Song liebe. Aber mal ruhig Blut und von Anfang an.
Ein doomiges Riff, das von
Candlemass oder wahrscheinlich eher von
Krux, Fredriks anderer Band, hätte stammen können. Leider unspektakulär.
Krasser Wechsel bei ~0:48. Typisch opethesques Gitarrengezupfe. Gesangspart geklaut aus
A Fair Judgement. Und das nicht einmal sonderlich gut.
Lyrische Ergüsse wie „I wallow in shame“ machen eher mich beschämt.
Aus dem nichts kommt bei ~1:46 das Anfangsriff wieder. Problem: der Gesangspart und dieses Riff passen nicht zusammen. Überhaupt nicht.
Zudem ist das Riff nicht einmal besonders gut. Zumindest nicht gut genug, um alleine den Song zu tragen.
Und die Angeberei ab 2:05 könnte sich Axe echt schenken. Uh, du kannst Schlagzeug spielen. Na ganz toll. ~2:30 schon wieder dieser Gesangspart.
Es ist, als hätte ein lobotomisierter Affe zwei unterschiedliche Aufnahmen willkürlich zusammengekleistert. Bereits hier lässt sich erkennen, das Opeth im Einmaleins des Songwriting absolut versagt haben.
Willkürliches Zusammenkleistern ist nicht Komponieren. Mir scheint, als wolle Mikael unbedingt nachahmen, was
Scott Walker auf
The Drift mit mehr Klasse und Eleganz gemacht hat.
Das gleiche bei ~3.25… und dann ~3:58: „aaahhaaaahhaaah“… der dämlichste Refrain seit „mmmm mmmm mmmm“. Und schon wieder ein Takt, der an
The Grand Conjuration erinnert.
Ist das Ende bei ~4:28 in Sicht? Mitnichten, der Song geht 8 (!) qualvolle lange Minuten. Warum? Weil Opeth keine kurzen Songs schreiben, darum! Du bist Fan und du leidest gern!
~4:56 Kinderreime und überdramatische Stimme von Mikael. Passend dazu ab ~5:19 geradezu kindische Oboen. Ich bin wieder in der 8en Klasse im Schulorchester. Oh, wie ich das hasste.
Ist ja nun genug mit der Wiederholung. Mike, erinnerst du dich, wieviele Elemente du in einen Song wie
Ghost Reveries stecken konntest, ohne dass er überfrachtet war, sondern perfekt dahinglitt?
Und weißt du noch, wie du Songs ohne viele Elemente nicht ewig in die Länge gestreckt hattest, wie
Isolation Years? Und das alles ist erst ein verdammtes Album her!
So, ich hoffe, der Song ist jetzt nach ~6:10 vorbei. Nein, quatsch, ging ja 8 Minuten, ich vergas.
Der nervigste Fade-in der Geschichte. Erlöse mich doch endlich einer von diesem Unfug. Noch mehr
The Grand Conjuration v.2.0 – die billige Light-Version. Wie die billige Aldi-Variante zur Gourmet-Pizza, so verhält sich dieser Song zu seinem etwas älteren Gegenstück.
Noch mehr „Aaaaaahahaaha“-Chöre. Hat denn das kein Ende? Doch, bei ~7:30, aber der Song muss trotzdem weitergehen. Unter 8 Minuten kommt hier keiner davon. Ich fühle mich nun wie der lobotomisierte Affe.
Hessian Peel: Drone… Drone… Klimper… Klimper… Spanish Caravan. La Isla Bonita.
Das spanisch anmutende Gezupfe am Anfang geht schnell in einen von
Jethro Tull inspirierten Teil über bei etwa 0:43. Klingt irgendwie fröhlich und dann doch wieder nicht.
Irgendwo im Hintergrund schwirrt ein unangenehmer Ton rum, der das ganze eher bedrohlich wirken lässt. Als lauere ein unaussprechliches Böses im Hintergrund. H.P. Lovecraft lässt grüßen.
Mehr
Tull bei ~1:19. Oder ist es wieder
Zeppelin? Egal, klingt gut. Ungewohnter Halt bei ~2:03. Der umgedrehte Gesang ist wieder nur ein sinnloses Gimmick und trägt nichts zum Song bei. Dafür weiß der Rest durchaus zu gefallen.
Ab ~3:00 pegelt der Song sich im gemütlichen Schunkeltempo ein. Man lausche hier lieber dem Geblase im Hintergrund. Bei ~4:13 schaut Tony Iommi mal vorbei und zeigt, wie man ein gottverdammtes Riff spielt, da Mike sich in dieser Hinsicht ja etwas schleifen lässt. Yes, so geht das.
Etwas folkiges Getüdel am Ende mit Flöten, Piano und Klampfe und schon sind 50% des Songs heil und zufrieden überstanden, wenngleich ich mir noch nicht sicher bin, was genau ich hier empfinden soll.
Uh, Unheil verkündenes Geklimper. Sowas nennt sich jetzt auch schon Übergang in der Welt von Opeth, ich weiß ja nicht. Ist es ein Becken oder die Hi-Hat, die bei ~5:43 den Sturm verkündet? BÄM, Death Metal!
Und schon wieder der schwachbrüstige Basstrommelsound darunter. Habe schon bessere Riffs gehört, aber mal schauen, was ~6:14 so bringt. Yeah, schon besser. Schlagzeug kommt wieder verdammt vertraut vor, aber dafür rockt der Rest einfach mal sehr lässig.
Ein Riff wie der mit
Ruhe angepinselte Tod und ein angenehmer Groove sorgen für wackelnde Köpfe.
Yeah, ab ~7:00 gibt es ein paar brauchbare Riffs und ein unerwarteter Wechsel bei ~7:22 inklusive recht ungewöhnlichen Gesangslinien und einigen recht seltsamen Akkordfolgen auf der Klampfe.
Etwas Unterbrechung ab 8:15 und wieder zurück zum Galopp inklusive kitschigen Streicherarrangements.
Was birgt 9:15? Unheil? Grollenden Donner? Tonnenschwere Riffs! Schräge Leadparts und fiese Growls! Das macht doch den einen oder anderen mittelmäßigen Part wieder wett.
Natürlich muss auch dieser Song am Ende um eine Minute in die Länge gezogen werden, aber hier ist es nicht weiter schlimm. Eigentlich ganz brauchbar, wenngleich ich mich nicht wirklich mitgerissen fühle.
Denn ich weiß nicht, was mir der Song auf musikalischer Ebene mitteilen will.
Hex Omega: Omega (nicht zu verwechseln mit Omikron, Omaha und OMG) kommt natürlich ganz zum Schluss.
Zumindest wenn man Grieche ist. Tony Iommi ist kein Grieche, liefert aber abermals ein fettes Riff am Anfang. Abgelöst wird wird er durch eine Flötistin bei 0:41 und leider hört man dann nichts mehr von ihm.
Interessante Gesangsstrophe. Minimalistisches Gitarrengezupfe, psychedelisches Understatement und ein Crescendo, das bei ~1:30 explodiert und 20 Sekunden lang einen Höhepunkt hält, bevor wir wieder bei orientalischen Melodien, geheimnisvollem Gesang und viel, viel Mellotron landen.
Bei ~2:30 geht’s wieder rund. Liegt angenehm im Ohr und wirkt doch befremdlich und distanziert auf eine interessante Art und Weise.
Fesches Solo, das wie so oft auf dem Album in einem Break und etwas Pianogedudel übergeht bei ~3:12. Und doch ist es nicht störend.
Bläser bei ~3:48 leiten den nächsten Part ein. Minute 4, das Schlagzeug kehrt zurück, frühe
Pink Floyd lassen grüßen.
Unheilvolle Klanglandschaften bis ~5:20. Dunkles Riff am Ende, welches mich kurz vergessen lässt, mit welch mediokerem Album Opeth mich hier beleidigt haben. Der Song entlässt mich in eine Leere, er behält den erwarteten Knalleffekt am Ende für sich und doch funktioniert er.
Tatsache ist, das gerade das Geheimnisvolle und Unnahbare diesen Song recht gut macht.
Interessanterweise fangen die anständigen Songs alle mit „He“ an. Helium ist natürlich wichtig, denn ohne die Fusion von Wasserstoff zu Helium würden wir alle ziemlich im Dunklen sitzen.
Ohne die „He“s wäre dieses Album ebenfalls ziemlich im Dunklen.
Derelict Herds: Aha, was haben wir hier? Ein Bonus! Evil Riffs ov Death and Doom bis ~0:30…verzerrter und befremdlicher Gesang im (faux-)orientalischen Melodiegewand. Interessant.
Ein Solo ab ~1:20 und ein recht gleichförmiger, aber hypnotischer Rhythmus, bei dem jeder mit muss (habe ich das wirklich gerade gesagt?).
Seltsame Riffs ab ~2:15 und Death Metal à la
The Grand Conjuration (SCHON WIEDER?!?) ab ~2:30.
Es macht sich ein Mangel an Blasinstrumenten positiv bemerkbar. „Sick with sorrow“. Mike, dir gefällt dieses Wort einfach zu gut, nicht war?
~4:25 ein böser Zirkus leitet wieder den pseudo-orientalischen Gesangspart ein. Es erinnert mich an etwas, aber ich komme nicht drauf. Der Song kommt kurz und bündig auf den Punkt.
Minimalistisch und ohne großen Höhepunkt, aber interessant. Hey, das war gar nicht schlecht.
Moment… das war wirklich nicht schlecht! Ach du scheiße, ihr habt diesen Song weggelassen und dafür
Porcelain Heart auf das Album gehauen? Seid ihr noch zu retten?
Fazit:
Was bleibt, ist ein müdes Album einer Band, die zuviel Veränderung in den letzten 3 Jahren erfahren hat, um ein konsistentes Werk abzuliefern.
Statt auf Inspiration zu warten, wurde ein bisschen forciert, weil das Label ein neues Album erwartete. Also ich würde das Album nicht unbedingt verbrennen und wohl auch nicht verkaufen, aber oft wird es sicherlich nicht in meinem Player rotieren.
Es gibt durchaus brauchbare Songs, aber mehr auch nicht. Es fehlt an Substanz. Zwar werden
Heir Apparent und
The Lotus Eater sicherlich „Klassiker“ und ein Bestandteil eines jeden Konzerts, aber im Vergleich zu früheren Songs… nun ja, lassen wir das. Warten wir mal 3 Jahre ab, ob es beim nächsten Album wieder etwas mehr Substanz in den Songs enthalten sein wird. Und nicht nur Gimmicks und halbgare Ideen.